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Archiv der Kategorie 'Frau - Mann'

Ship hold? - Liebe “on demand”?

31. März 2009

Seit vier Tagen habe ich nichts mehr von Dir gehört. Du hattest mir gesagt, dass Du Deine zwei Wochen Resturlaub aus dem vergangenen Jahr während der Schulferien nehmen wirst. Als ich Dir deutlich gesagt habe, dass ich das nicht nachvollziehen kann, kam Dein Vorschlag, die Tage vor Ostern mit mir zu verbringen. Ich wusste, zuhause würdest Du dafür schwindeln, lügen.

Ich habe mich sehr gefreut. 
Nein, Du hattest mir nicht gesagt, dass Ihr gemeinsam in Urlaub fahren würdet.
Nein, Du hattest mir nicht gesagt, dass „Urlaub machen“ für Dich heisst „miteinander verreisen“.
Auch Deine Töchter meinten das wäre das falsche Signal an Deine Frau.

Wenn man sich trennen will, fährt man doch nicht gemeinsam in den Urlaub! 

Wir haben am Donnerstag abends mit einander telefoniert. Nachts kam noch ein „Schlaf gut“ per sms. Am Freitag kam kein Lebenszeichen mehr von Dir. Du hast Dich nicht einmal verabschiedet. 

Im Viertelstunden- Takt schaue ich auf das Handy.Was erwarte ich eigentlich? Eine Mail? – Du bist schließlich in Urlaub! Eine sms? – Du bist schließlich bei Deiner Frau. Du bist wohl dort, wo Du hingehörst – sonst wär´st Du nicht DORT! In unserem Alter verbringt man seine Lebenszeit dort wo man sich hin gehörig fühlt. Warum will ich das nicht wahr haben? 

Weil, weil Du gesagt hast, dass Du mich liebst?

Weil Du mich gefragt hast, ob ich mit Dir leben will.

Weil ich Angst habe allein zu sein?

Weil ich Sehnsucht habe?

Weil ich Angst Dich zu verlieren – zu verlieren, was mir gut tut, wenn Du da bist? 

Weil es so schön wäre sich auf Dich, auf uns zu freuen – in meiner neuen Wohnung.

Weil ich so gern möchte, dass meine Welt ihr Gleichgewicht findet.

Weil ich das Gefühl habe, Du könntest dazu gehören.

Weil das so ein schöner Gedanke ist …. 

Ich weiss nicht einmal, worauf wir uns eigentlich verabredet haben. Es sind noch mehr als fünf Tage bis zum Sonntag, um den sich unser letztes Gespräch drehte. Wann wirst Du Dich melden? Am Tag, bevor Du Dich auf dem Weg zu mir machen wirst?

Call a Liebste???? Liebe “on demand”? In welcher Ecke bin ich da gelandet?

Wie gehst Du mit meinen Gefühlen um? Was denkst Du Dir eigentlich, wie wir damit leben / lieben wollen? Wenn Du anrufst, bin ich wahrscheinlich ganz locker und erfreut. Das ist das, was Du Dir erhoffst. Aber: Das bin nicht ICH! Das ist nur der eine Teil von mir, der Dich liebt und Sehnsucht hat. Wenn ich bei Dir nicht sein kann, wie ich bin … bist Du dann richtig für mich?

Der Preis ist mir in manchen Momenten zu hoch. Ich gehe auf Distanz zu Dir und mir. Ich verbrauche viel Kraft dabei. Die würde ich für mich selbst auch gut gebrauchen können.

Ich arbeite, ich netzwerke, ich telefoniere, ich reise herum, ich sehe fern in immer wieder neuen Hotelzimmern, ich versuche in immer wieder neuen Betten irgendwie zu schlafen, ich versuche das Hotelfrühstück zu geniessen. Ich bestelle mir um Mitternacht im Internet für über 200€ Kräuterpflanzen. Dabei weiß ich doch: Heile Welt kann man nicht kaufen! 

Ich sehe mir im Internet Ratan-Lounges für meine neue Dachterasse an. Ich habe dabei besondere Ansprüche – sie sollen nachts genug Platz bieten, um draußen zu schlafen und in den Sternenhimmel zu schauen. Platz für zwei! FÜR UNS ZWEI! Ich wünsche mir nichts lieber als dass ich mich einlassen könnte: auf DICH, auf UNS. Das muss / müsste ich erst wieder lernen. Schon das ist so schwer. 

Und nun? Ich brauche so viel Kraft, um den Gedanken an Dich und meiner Sehnsucht keinen Raum zu geben! Ich brauche mich auf im „Auf Distanz gehen“. Ich rede mir ein, dass es andere wichtige Dinge gibt in meinem Leben als uns. Der vor Dir war auch immer dann nicht erreichbar, wenn ich seine Nähe brauchte. Diesmal muss ich auf der Hut sein! Aber wie soll dann das sich-einlassen gehen? Dazu bräuchte es klare Signal von Dir. Ich mag nicht Verständnis haben für Dein Zaudern. Ein Schritt vor – zwei zurück!! 

Ich soll offen für uns sein, wenn sich die Gelegenheit findet.

Ich soll emanzipiert genug sein, um auch allein glücklich zu sein.

Ich soll in unseren Gesprächen stark genug sein, um Dich aufzufangen, wenn die Dinge Dir über den Kopf wachsen. Das kommt mir das alles so bekannt vor. Davon lasse ich mich gerade scheiden!!!! Das brauche ich nicht mehr in meinem Leben!!!!

Bei Motorola hieß das damals “Ship hold” - Auslieferung bis auf weiteres gestoppt. Ich versuche die Distanz so groß zu machen, dass ich bei der nächsten Gelegenheit gehen kann, die für mich nicht mehr zu akzeptieren ist. Sie ist schon jetzt nicht akzeptabel für mich!!!

In den Momenten, in denen ich genügend Distanz habe, schaffe ich es wütend auf Dich zu sein. Dann will ich, dass Du aus meinem Leben verschwindest. Dann will ich Dir das sagen. Dann bin ich sogar bisweilen erleichtert. Dann fühle ich mich frei. Woher und wie soll da Liebe sein können?

Nach fünf Tagen ein Lebenszeichen per sms:
01. April 18:08 Uhr:
Ich denke die ganze Zeit ganz lieb an Dich und möchte Dir vieles sagen. Mischuk (nicht antworten).



Charlie Chaplin - Einsichten zum 70. Geburtstag

24. März 2009

Als ich mich selbst zu lieben begann,

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959



Traumwohnung gefunden!

22. März 2009

Hallo Manuela, vielen Dank für Deine lieben Zeilen.
Ich bin jetzt die  ersten Tagen wieder in Berlin. Eigentlich kann ich froh sein, dass ich bei meinem Bruder und seiner Frau für eine Weile in der Nähe von Berlin gut unterkommen könnte. Aber ich wache in der Nacht auf und kann nicht mehr einschlafen. Bei der Wohnungssuche bin ich total verunsichert, auch so bin ich zappelig und überzogen. Ich bin derzeit einfach rund herum und für alle/alles eine Zumutung!! Deshalb mag ich auch niemandem nahe sein. Da ich einfach nirgends Ruhe finde, habe ich aber schon wieder die nächsten Dienstreisen gebucht. So bin ich wenigstens abgelenkt und untergebracht :o) Eine Studentin hat in den letzten 6 Wochen für mich ganz toll Wohnungen (vor)recherchiert. Es nur leider kaum etwas Passendes dabei gewesen. Ich bin ziemlich fix & foxy. Ich fühle mich inzwischen überfordert.

Aber! Am Freitag hatte ich buchstäblich mit angesehen, wie jemand meine Traumwohnung ins Netz gestellt hat. Diese habe ich gerade besichtigt …. n       85 qm, 2,5 Zimmer. 813 € warm (autsch).n       Alles Dachschrägen, aber viel Licht! n       Bad mit Dachfenster obenn       Ganz zentral im Kiez Greifswalder/Danziger Straße, aber in einer Seitenstraße und ruhig, n       6. Etage, Fahrstuhln       Neben der Wohnung gleich noch eine Abstellkammer 5 qm mit Fenster n       Schlafzimmer 1+2 beide nach Norden mit großem schrägen Dachfenster. Da wird es nicht zu heiß im Sommern       Wohnzimmer und Küche in einem Raum, genug Platz für einen großen Esstisch am Fenster.n       Einzug wäre Mitte/Ende April.  

Und!!!!!! Eine 17 qm große Dachterasse – nach Süden ausgerichtet, uneinsehbar, mit Blick über die Dächer von Berlin. Nach Norden ist alles mit einer Brandmauer abgegrenzt – ideal um nicht wieder zu kokeln :o))Dort kann man nicht nur Grillparties feiern oder unter einem Sonnendach arbeiten, Pflanzenkübel aufstellen … Sondern !!!!! Es ist Platz genug für ein Bett: Man kann im Sommer draußen schlafen und in den Sternenhimmel schauen!!!!  Nun muss ich „nur“ noch den Zuschlag der Hausverwaltung erhalten. Ich habe sogar dem jetzigen Mieter eine Provision angeboten, wenn er meiner Bewerbung zum Erfolg verhilft! Es muss auch noch tüchtig renoviert werden. Einzugstermin wäre noch im April. Das wäre eine ganz-ganz tolle neue Wendung! Da die Versicherung ja für die Brandschäden in der alten Wohnung nicht aufkommt, bin ich sehr froh über die derzeitig sehr komfortable Auftragslage. Auf der anderen Seite gehen mir aber auch langsam die Kräfte aus. Es bleibt derzeit kein Nerv für´s Golfen. Wenn ich wieder (m)einen Platz gefunden habe, werde ich das bewusster geniessen als vorher!  

Mit meinem Liebsten habe ich jetzt auch Klartext geredet. Er wollte Urlaub nehmen, weil seine Frau Schulferien hat. Ich habe ihm gesagt, dass er sein Leben dort verbringt, wo ER WILL – und wenn er seine wenige freie Zeit bei seiner Frau verbringt, dann IST ES SO. Dazu braucht es mich dann nicht. Nicht nach diesem einem Jahr. Mal sehen, was sich daraus jetzt ergibt. 

Ich bin in „Aufräume-Wut“ und wild entschlossen nur noch in meinem Leben zu belassen, worauf  ich auch bauen kann. Es ist mir einfach zu viel verloren gegangen über die Jahre: mein Land, mein ursprünglicher Beruf, meine Ehe, mein Traum vom Haus am See und dem Garten, eins-zwei wichtige Freundschaften, mein Berufsleben mit der stabilen Einnahmequelle, jetzt auch noch meine Wohnung, fast meine Katzen … eine Menge Kraft und Illusionen auch.  Die Idee bzgl. einer Eigentumswohnung verfolge ich weiter – ein Makler hat inzwischen auch eine sehr schöne Wohnung gefunden. Nur bei dieser Wohnung (Altbau / Friedrichshain / knapp 90qm / 145 T€) sind die Papiere noch nicht vollständig einsehbar … da geht es um Feuchtigkeit im Keller.

Jetzt heisst es erst einmal Ruhe bewahren und heute noch eine weitere Wohnung ansehen, bevor ich abends schon wieder nach Westen fahre …

Eine Stunde später:
Mischa, Miisch, Mischuk … Gerade hat der Mieter meiner Traumwohnung angerufen.
Er hat sich ganz doll und sehr nett über mein Angebot bzgl. einer Erfolgs-Provision gefreut. Er will morgen erst einmal nur  m e i n e  Bewerbung an die Hausverwaltung weiterleiten. Er denkt, man wird mir schon in der kommenden Woche Bescheid geben. Und er schaut auch, dass er noch vor Ostern aus der Wohnung kommt (ich hatte ihm dafür die Übernahme der ganzen April-Miete angeboten) …

Nun ist mir mein Herz in die Hosen gefallen … ich bin sehr aufgeregt!
In einem großen Bett in Deinen Armen liegen und in den Sternehimmel über Berlin schauen ….
Ich weiß, woran Du jetzt außerdem noch denkst! Ich auch :o))

Halt mich fest! Deine Tanja



Lieder: So soll es sein (ich + ich)

8. Februar 2009

Im Auto auf unseren Fahrten von / zu Flugplätzen spielst Du mir dieses Lied vor .. 

Ich warte schon so lange, auf den einen Moment
Ich bin auf der Suche, nach 100 Prozent
Wann ist es endlich richtig, wann macht es einen Sinn
Ich werde es erst wissen, wenn ich angekommen bin.

Ich will sagen, so soll es sein, so kann es bleiben
So hab ich es mir gewünscht, alles passt perfekt zusammen
Weil endlich alles stimmt und mein herz gefangen nimmt

Wenn es da ist werd ich feiern, ich weiß da ist noch mehr
Es liegt noch soviel vor mir, ich lauf noch hinter her
Bis jetzt fühl ich nur die Hälfte, von allem was geht
Ich muss noch weiter suchen, weil immer noch was fehlt

Ich will sagen, so soll es sein, so kann es bleiben
So hab ich es mir gewünscht, alles passt perfekt zusammen
Weil endlich alles stimmt und mein herz gefangen nimmt

Ich weiß nicht wo du bist, oder wo du wohnst
Aber eins ist sicher das es sich lohnt,
ich bete jede Nacht, dass ich dich finde
und du sagst so soll es sein, so kann es bleiben
So hab ich es mir gewünscht, alles passt perfekt zusammen
Weil endlich alles stimmt, soll es sein, so kann es bleiben
Genauso ist es gut, alles passt perfekt zusammen
Weil endlich alles in mir ruht
CD “Vom selben Stern” 2007



vom (Un)Glück mit geliebten Männern (Manuela)

8. Februar 2009

Meine liebe Tanja, ich kann Dich ja so gut verstehen und finde mich in Deinen Zeilen  wieder….

 

Wir müssen ziemlich stark sein und viele Stunden überbrücken, in denen uns zum Heulen ist,  wir uns mitteilen wollen und nicht können, wir eine starke Schulter zum Anlehnen brauchen oder uns die Berührung unseres Geliebten fehlt… Um das zu ertragen, belügen wir uns in unserer Hoffnung oft selbst, oder?

 

Ich weiß, dass meine Zeit mit H. irgendwann vorbei sein wird. Sein Büro und seine Wohnung in W. sind aufgegeben. Wir haben uns jetzt 2 Mal im Hotel in H. getroffen - kam mir mit meinem Köfferchen  auch wie bestellt vor. Er will so planen, dass wir uns regelmäßig in Hauptbahnhofnähe treffen können - ich gehe dann nach dem gemeinsamen Frühstück etwas später ins Büro. Meine Erfüllung ist es nicht - aber ich habe mich in den Jahren sehr an die Situation und das Alleinsein zwischen unseren Treffen gewöhnt. Einerseits liebe ich ihn und genieße die gemeinsame Zeit und andererseits bin ich wohl auch zu träge und ängstlich, mich auf was Neues einzulassen (wenn sich denn überhaupt eine Chance bieten würde…).

 

Ich versuche, mehr Zufriedenheit z.B. durch Urlaubsplanungen zu erlangen. Da kann ich mich dann verlässlich auf etwas freuen. Habe für April ein Hotel auf Sylt gebucht, Ende Oktober eine Rheinfahrt Richtung Amsterdam und für die Adventszeit eine weitere Rheinfahrt Richtung Strasburg. Und Golf, dieser zeitaufwendige Sport, ist das Beste was mir passieren konnte, um lange Wochenenden sinnvoll zu verbringen (würde aber mit Lebenspartner/Mann sicherlich noch mehr Spaß machen…).

 

Ich hoffe, dass Du das bekommst, was Du Dir wünschst!  Oder Du zumindest mit dem, was Du bekommen kannst, glücklich und zufrieden bist! Dauerhaft unerfüllte Hoffnung wird Dich krank machen - achte auf Deine Grenzen…. 

 

Hoffentlich findest Du bald ein neues schönes Nest für Dich und Deine beiden Schmusekatzen. Ich glaube, dass das auch zu Deinem Wohlbefinden beitragen wird.

 

Ganz liebe Grüße von Manuela



Normalität versuchen im Wahnsinn …

8. Februar 2009

19:00 Uhr - Hi Du :o) Ich habe den Tag heute gut genutzt:

n       Um 09:00 Uhr eine Stunde Laufband und …. Richtig Duschen & Waschen :o), damit ich nach den 2 Tagen/Nächten Camping hier im Büro endlich wieder gut dufte.

n       Lange Telefonate mit Kollegen, weil ich mir ja ein Stimmungsbild zur Rabatt-Diskussion rund um den Jahreskongreß machen muss. Ich favorisiere eine transparente Standardlösung ohne diese ganzen mehr oder weniger heimlichen Sonderbehandlungen und “Rabatt-Marken-Sammeleien” für jedes einzelnen Engagement.

n       Andere „atmosphärische“ Telefonate unter Kollegen :o)

n       Hintergrund-Telefonate mit Kollegen aus Deiner Stadt, damit M. Dir auf dem Treffen am Freitag die Geschäfte übergibt, die er ja angeblich so sehr loswerden will :o)

n       Nach Mitternacht habe ich gestern noch lange mit Alex telefoniert. Sie ist sehr ungeduldig mit meinem gelegentlichen Kummer - ich soll die Situation nach dem Brand als Chance sehen, mich auch von den letzten Resten der Ehe mit N. zu befreien, nach vorne sehen. Wir beide vermissen das Kuscheln mit einander sehr!

n       Besichtigung der Gegend, in der meine bevorzugte Wohnungskandidatur liegt (sehr nettes „Kiez“) n       Koffer umschichten für die 2 Tage Dienstreise nach H., wo ich einen Fachvortrag halten werde.
Mit meinem Bruder wollen wir Montag/Dienstagabend in H. die Beschreibungen der Wohnungen durchgehen. Das wird mir gut tun.

n       Eine Zulassung für eine Runde im März ist auf den Weg gebracht

n       Es treffen die ersten Antworten ein, bei denen ich mit einer Befragung ein Stimmungsbild abholen will noch vor dem Jahrestreffen

n       Der Brief mit dem Bericht zum Brand inkl. Fotos ist jeweils an die Versicherung und an die Hausverwaltung eingetütet

Zwischendurch packt mich ab und zu die Traurigkeit. Aber es ist gut, dass ich hier im Büro bin und arbeiten kann. Nur die Katzen zu besuchen, hatte ich nicht den Mut. Es tut gut, dass auch B. heute nachmittags im Büro arbeitet. B. und ich finden einfach keinen Termin, um neue Fotos von uns machen zu lassen für die Webseiten nach dem Relanche. Naja, wir sehen ohnehin beide sehr müde aus …

Den ganzen Abend gestern und den heutigen Tag über mache ich mir Gedanken, ob Du irgendwie verletzt bist. Oder ist Dein Schweigen und Dein Rückzug hinter sachliche Dinge eine Reaktion darauf, dass Du eigentlich das alles nicht möchtest oder es Dir zu viel wird, was da auf jeden von uns zukommt … ich möchte Dich verstehen. Auf der einen Seite möchte ich, dass Du Deine Kraft für Dich nutzen kannst. Auf der anderen Seite könnte ich in meiner Situation Deinen Zuspruch, aufmunternde liebevolle Gesten gut brauchen.

Ob ich heute noch die Kraft finde, mich an die 13 Kurzgutachten für übernachste Woche zu machen? Morgen 08:00 bin ich beim Zahnarzt (Gebiss ist eingepackt :o)) Den Koffer muss ich gleich mitnehmen, denn um 11:00 ist die Firma vor Ort, die sich für die Versicherung den Schaden anschauen und begutachten soll. Zehn Tage nach dem Schadensfall bemüht sich endlich mal jemand. Für den Begutachter habe ich auch schon Fotos bereit gelegt und die Adresse der Hausverwaltung. Um 12:32 fährt mein Zug nach H., wo ich 18:46 eintreffen soll. Am Mittwoch bin ich aus H. wieder in Berlin, werde wieder eine Nacht im Büro campen und mich dann auf den Weg nach F. machen, wo wir uns sehen werden.

So viel Liebe beginnt, soviel Liebe verrinnt
Geht und stirbt vor der Zeit, wenn wir achtlos sind …
Was wird werden, was wird sein? 
(Diese Liedzeilen schicke ich Dir nicht mit)

20:56 Uhr - Gerade sehe ich an der Lesebestätigung, dass Du diese Mail gelesen hast …

21:04 Uhr per sms - Hey Du, tut mir leid, wenn ich gerade nicht sehr gesprächig bin. Habe meiner Frau gesagt, dass ich in Behandlung bin und mich trennen möchte. Melde Dich bitte nach Deinem Zahnarzt. Schlafe gut. Mischuk



Noch verliebt?

7. Februar 2009

Hallo Manuela, ich bin noch damit beschäftigt, den Schock mit meiner Wohnung zu verarbeiten (zu verdrängen?). Ja, Ich bin noch verliebt. Aber es ist schwer …

Mischa will sich von seiner Frau trennen. Das ist die EINE Seite. Ich bin nicht der Grund, aber der Auslöser. Die ANDERE Seite: Ich konnte – seit Ende Mai vergangenen Jahres - bisher ganz gut damit leben, dass wir es einfach mal auf uns wirken lassen, was uns da passiert miteinander. Mischa nutzt nun schon ein dreiviertel Jahr alle Möglichkeiten, eine Dienstreise zu machen. Ich reise ihm „dazu“. Wenn er mit Kollegen unterwegs ist, können wir nicht einmal zusammen frühstücken oder im Restaurant essen. Dann vertreibe ich mir das Warten mit meinem Laptop am Schreibtisch oder mit Fernsehen. Wenn gar keine Dienstreisen passen, fahre ich extra in seine Stadt und buche mich für eine Nacht in ein Hotel ein, damit wir am Vormittag einen Raum haben für unsere Treffen. Das sind sehr schöne, weil ruhige und intensive Treffen. Aber ich fühle mich manchmal schon als „CallGirl - mit kleinem Handgepäck“.

Das ist manchmal auch ein finanzieller Faktor. Zum Glück ist das Reisen selbst kostenlos, da ich mir ja dienstlich eine Bahncard 100 leiste. Das Problem sind dann für mich eher die langen Fahrzeiten zu unseren Treffen, die ich nur bedingt mit meinen eigenen Arbeiten im Zug nutzen kann und möchte.  

Mischa tut alles um sein bisheriges Leben fortzusetzen, ohne dass jemand etwas merkt. Dienstliches Engagement zzgl. Familienwochenenden, zeitlich aufwendige Unterstützung für den Lehrerjob seiner Frau, Feiern und Ferien. Mal ist es das, dann das, dann das. Er ist dadurch sehr ausgepowert und holt sich die Kraft und das Lachen bei mir. Er kommt unendlich berührend zur Ruhe, wenn wir zusammen sind. ABER: Somit „stabilisiere ich sein System“.

Meine dienstlichen und emotionalen Anstrengungen als Selbständige powert mich aber selbst auch sehr aus. Und er kann eben nicht da sein, wenn ich ihn auch einmal brauche, unsere Liebe leben und genießen möchte. Das kann nicht sein!  

Wir finden unendlich viele dienstliche, kulturelle und emotionale Themen. Es ist spannend mit ihm, belebend, berührend, lustig & nachdenklich. Einfach wunderschön. Wenn wir denn zusammen sind, ist Mischa sehr aufmerksam, massiert und krault mich stundenlang … ein Traum :o)) Aber es fällt mir inzwischen zunehmend schwer mich fallen zu lassen und selbst aus unseren Treffen Kraft zu schöpfen – wir können ja immer nur „in den Lücken“ passieren, die seine Arbeit und die Anforderungen seiner Frau in seinem Leben lassen. Ich möchte authentisch leben. 

Es geht nicht mehr lange gut für mich, wenn er nicht bald Farbe bekennt – für sich selbst auch. Es geht mir nicht darum, als die neue Frau an seiner Seite leben zu wollen. Solche Schritte müssen ja nicht gleich ein Paukenschlag an allen Fronten bedeuten. Aber Akzente braucht es langsam! Wie kann man so ein (neues) Leben führen und gleichzeitig abends nicht einschlafen können, solange die eigene Frau nicht im Schlafzimmerbett liegt. Auch wenn es nur um diese Routine geht (was ich ihm glaube). Und viele andere verständlich-unverständliche Dinge ….

Ich habe das Gefühl, dass diese „Zwischenwelt“ und ihre Verlogenheit unsere Liebe auffrisst. Ich habe Angst, ihm irgendwann nur noch ein Freund sein zu können / zu wollen. Noch viel schwerwiegend ist für mich, dass ich meine Lebenszeit damit verlieren sein System zu stabilisieren. Ich bin ihm ein verlässlicher Fluchtbegleiter aus seinem bisherigen Leben, was ihn insgesamt sehr bedrückt und unglücklich sein lässt.  

Und ich? Ich erbringe quasi emotionale (und andere :o)) Leistungen dafür, dass er mich – hoffentlich, vielleicht, eventuell – einmal lieben wird und sich dazu, zu uns, zu mir bekennt. Das habe ich bereits bei N. zwanzig lange Jahre lang gemacht. Letztlich erfolglos. 

Das Gute ist, dass ich diese Sicht der Dinge und meine Ängste bei Mischa manchmal ansprechen kann. Er hat sich inzwischen auch einen Psychologen (eine Dame in den Fünfzigern) gesucht, mit der er viele Fragen ansprechen und besprechen kann, die ihn lange-lange vor uns in seinem Selbstverständnis, seinem Lebenstraum und seiner Ehe geprägt haben.  Er ist da auf einem Weg zu sich selbst … Aber ich fürchte, die Zeit läuft uns davon. Und mit ihr vielleicht das Gefühl, die Liebe und ihr Zauber.

Ich wünsche mir so sehr, dass wir es schaffen!! 



Eine heiße Nacht - Brandschaden

1. Februar 2009

Weil man Mann sich in einer Klinik einer Operation unterzogen hat, habe ich seit Dienstag, den 27.01., bei meiner Tochter Tanja in der Nähe der Klinik gewohnt. Ich wollte auch auf ihre zwei Katzen aufpassen, wenn meine Tochter am Donnerstag, den 29.01. um 06:00 Uhr zu ihrem Einsatz als Beraterin nach Z. fährt.  

Am Mittwoch, den 28.01., haben wir gemeinsam gekocht. Vorher hatte ich meiner Tochter ein schönes Bad vorbereitet. Eines der Teelichter hatte ich dabei auf dem Spülkasten der Toilette gestellt. Während ich die Kerzen nach dem Bad (ca. 20:30 Uhr) gelöscht haben, blieb das Teelicht (in einem Metallmantel) an. Ich ging davon aus, dass solche Teelichter von allein verlöschen.  

Beim Kochen und anschließendem Essen haben wir die Küchentür geschlossen gehalten, damit die Katzen nicht an den Lebensmitteln schnuppern und uns stören. Als wir mit Kochen, Essen und Abwaschen fertig waren, wollten wir zu Bett gehen und öffneten die Küchentür wieder. Plötzlich standen wir vor einer schwarzen, undurchdringlichen Nebenwand im Flur. Während ich im Wohnzimmer nach einem Brandherd suchte und die Balkontür aufriss, um für Abzug zu sorgen, lief meine Tochter ins Bad und rief, dass es dort brennt. Die Flamme im Spülkasten war ca. 3-5 cm hoch. Wir löschten den Brand im Spülkasten mit Wasser aus dem Waschbecken daneben. Die Flammen hatten auch das Kabel der Lampe durchgebrannt, was von links neben dem Spülkasten (Steckdose) hinter dem Spülkasten entlang verlief bis zur Lampe auf dem Badschrank rechts neben der Toilette. Wir entfernten den Stecker mit einem Rest der Schnur aus der Steckdose. Die Deckenbeleuchtung im Bad ließ sich nicht mehr einschalten. Wir vergewisserten uns, dass der Brand gelöscht war und sorgten für Durchzug in allen Räumen. Da der Wasserkasten der Toilette aus Kunststoff bestand, hatte sich beim Brand ätzende Luft entwickelt. 

Im Wohnzimmer hatten sich die zwei Katzen hinter den Couches verkrochen. Wir fingen sie ein und brachten sie in den zwei Katzenkörben zunächst erst einmal vor die Tür. Beide waren sehr stark verschmutzt und verstört. Gegen 22:15 riefen wir bei meinem Sohn an, der im Umland wohnt. Wir stellten alle Fenster schräg, um für Durchluft zu sorgen, vergewisserten uns, dass nichts mehr brannte, packten einige Sachen zusammen und verschlossen die Wohnung. Gemeinsam mit den zwei Katzen fuhren wir nach W. im Umland um dort zu übernachten. Am nächsten Tag musste meine Tochter dafür sorgen, dass für ihren Einsatz nach Z. fuhr. Danach kontaktierte sie ihre Versicherung. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Haftplichtschaden handelte, den ich meinerseits bei meiner  Versicherung melden muss. Das habe ich telefonisch bereits getan. Nachdem meine Tochter ihren Einsatz (3 Tage) in Z. abgesagt hat, fuhr sie mit den Katzen zur Untersuchung und Stressimpfung zum Tierarzt und brachte sie provisorisch unter, um für den nächsten Tag eine Katzen-Pension zu finden. Am Samstag brachte sie die Katzen artgerecht unter. Am Freitag, den 30.01.2009 um 07:00 Uhr besichtigte meine Tochter mit einem Handwerker die beschädigte Wohnung.  Nach Auskunft des Handwerkers liegt wahrscheinlich kein Totalschaden vor. Durch die starke Rauchentwicklung beim Brand sind die Wände und Decken stark verschmutzt und es liegt auf allen Flächen der Wohnung ein gleichmäßiger schwarzer öliger Staubfilm. Decken und Wänden, Möbeln, Inventar und Kleidungsstücken könnten jedoch wahrscheinlich gereinigt werden. Der Handwerker benötigt jedoch erst eine  Schadensnummer, bevor er tätig werden könnte. Die Wohnung ist jetzt nicht bewohnbar. Am Freitag hat meine Tochter auch die Hausverwaltung über den Brand und die Schäden informiert. 

In den nächsten Tagen haben meine Tochter und ich in der Wohnung meines Sohnes gewohnt. Vor meiner Abreise am Sonntag, den 01.02.2009, haben meine Tochter und ich noch Fotos von den Brandschäden und der Verschmutzung in der Wohnung gemacht. 

Vorläufig sind für mich folgende Schäden absehbar:n       Wiederherstellung der Wohnung, Reinigung von Möbeln, Inventar und Kleidungn       Unterbringung meiner Tochter während der Bearbeitungs- und Reparaturzeitn       Arztkosten und Unterbringung der zwei Katzen in der Tier-Pension während dieser Zeitn       Verdienstausfall für den 3-tg. Einsatz meiner Tochter in Z.  

Wichtige Fragen:n       Was muss geschehen, dass die Wiederherstellung der Wohnung / das Reinigen beginnen kann?
Meine Tochter hat nach diesem Schock ihre Wohnung zum 31.03.2009 gekündigt.
Bis zu diesem Zeitpunkt müssten alle Arbeiten abgeschlossen sein.
n       Muss eine Übernahmeerklärung für die o.g. Kosten aufgesetzt werden?n       Wie muss die Beauftragung von Handwerkern passieren und was muss dabei beachtet werden?n       Wie lange wird es dauern, bis meine Tochter wieder wohnen / über ihre Sachen verfügen kann?  

Gerda K., 31.01.2009 

P.S. Mischuk, mein Liebster! Wir hatten uns so sehr auf diesen Nachmittag, den Abend, die Nacht gefreut. Ich habe es genossen, Dich vom Bahnhof abholen zu können. Es hat Spaß gemacht, in Vorbereitung auf Deinen Besuch lauter leckere Sachen einzukaufen und vorzubereiten. Deine Begrüßung und Deine Rosen waren wunderschön. Mit Dir war meine Wohnung wunderschön – gemütlich und warm. 

DU bei MIR zu Gast …. Schmusen, Lachen, Kuscheln und mehr. Die Badewanne voller Wärme und Nähe. Die Katzen hatten noch nicht viel Gelegenheit sich an Deine gelegentlichen Anwesenheiten zu gewöhnen. In der Küche dann Tanzen in flauschigen weißen Bademänteln. Das Falten der Pelmeni gelang Dir auf Anhieb, die Vorspeisen schmeckten köstlich. Der Wodka zu Pelmeni in Brühe und zu den verschiedenen Soßen war eisgekühlt. 

Nun hast Du bei dieser ungewöhnlichen Gelegenheit und zu sehr nächtlicher Stunde gleich meine Schwägerin und meine Mutter kennen gelernt :o)) 

Ich hätte auf Dich hören sollen. Wir hätten a l l e Kerzen löschen sollen!Von einem Moment auf den anderen bekam unsere Vorfreude auf eine heiße Nacht dramatische Dimensionen ….



Wintereinbruch - “mein Tellerchen, mein Becherchen …”

8. Januar 2009

Draußen zieht der verschneite Thüringer Wald an mir vorbei. Ganze fünf Wochen haben wir uns diesmal nicht gesehen. Du warst „in Familie“; Ich war in New York. Schön, dass mich Dein Ring begleitet hat.


In den letzten Tagen war es für uns beide kaum noch auszuhalten.
Du hast mich sogar von zuhause aus angerufen, sobald Deine Frau einmal das Haus verließ. Es war so schön endlich wieder wenigstens Deine Stimme zu hören. Du hast dann aber auch verstanden, dass ich mich mit diesen Telefonaten nicht wohl gefühlt habe. Sie haben etwas Hinterhältiges. Hat es jetzt etwa weniger Hinterhältiges, daß wir schon wieder durch ganz Deutschland reisen, um uns zu sehen. Wieder nutzen wir, dass Du oft dienstlich unterwegs bist – sein kannst.  Diesmal also wieder München. Wieder irgendwo in der Idylle am Rand der Stadt. Wir haben getrennte Zimmer gebucht. Der Gasthof ist zu klein, Du dort zu bekannt (Du warst schon mit Deiner Frau hier), Deine Kollegen dabei … Du willst mir die Ausgaben für die Übernachtung überweisen. So würde ich nicht dafür aufkommen müssen und zwischen uns würde trotzdem kein Bargeld fließen.  


Der Weg nach München ist lang für mich. Zwölf-vierzehn Stunden Fahrzeit. Für eine, für zwei Nächte. Ich bin so angespannt und fühle mich so zerschlagen, dass ich die vielen Stunden im Zug nicht nutzen kann, um noch Kurzgutachten zu erarbeiten. Liebt man weniger, wenn sich eine solche “Rechnung” auftut? Mischuk, ich bin so müde gesehnt!! Nach Dir, nach Wärme und Zärtlichkeit, nach Innehalten! Morgens rufst Du mich noch aus dem Flieger an – auch Du hast Riesen-Sehnsucht. Da breche ich zuhause gerade erst auf ins Büro.
 Der Zug hat Verspätung – es sind die kältesten Nächte seit mehr als zwanzig Jahren, sagen sie in den Medien. Mir kommen die Erinnerungen an meinen ersten Winter in Russland. Silvester bei minus 52 Grad. Und Frost vom Oktober bis in den März. Eine Stadt ganz in Schnee und Eis, Heizungsausfälle in der Universität und im Internat. Die Fenster mit Decken vernagelt über Monate, kaum ordentliche Nahrung. Und wunderschöner glitzernder Schnee! Raufreif auf den Wimpern. Die Entgegenkommenden rieben uns die Nasen, damit sie nicht erfroren. Naja, besonders die Jungs, natürlich … 

Immer wieder bin ich erstaunt über diese Vitalität, diese scheinbar In-sich-Ruhen, dieses Etabliert-sein, was ich dieser Region hier im Süden, den Menschen hier unterstelle. Diese Wirtschaftskraft! Diese Sicherheit. Natürlich weiss ich darum, dass dieses Bild nicht jedem Blick hinter die Kulissen standhält. Aber immer wieder fasziniert es mich, wenn ich hier bin.Mir ging es ja selbst so in unseren Münchner Jahren. Auch ohne finanziellen Rückhalt aus voran gegangenen Generationen.  Es ist schon dunkel, als ich im Gasthof ankommen. Mir ist kalt und ich bin müde – wohl auch müde vom Müde-sein. Mischuk, wo bist Du? Ich habe keine Lust und Kraft mehr, zu Abend zu essen oder in die Sauna zu gehen. Ich mag mich gerade noch in der Wanne aufwärmen.Dein Anruf, dass Du gerade die Firma verlässt und Dich auf den Weg ins Hotel machst, kommt gegen 19:00 Uhr. Ihr müsst jetzt noch ein-checken, Eure Zimmer beziehen. Ich bin etwas traurig. Nun würde es ja noch einmal eine Weile dauern bis wir uns sehen, denn auch das Abendbrot steht ja noch an. Dann muss ich lachen: Natürlich bringst Du vor dem Abendessen mit den KolleMir wird immer kälter. Ich versuche mich mit Fernsehen von dieser Angst abzulenken, die in mir hochsteigt. Du rufst an – ich reise Dir durch das ganze Land nach für eine Nacht. Ich lege meine Dienstpläne nach Deinen Dienstreisen, investiere ganze Arbeitstage in lange Zugfahrten, damit wir uns sehen können. Ich warte in Hotelzimmer (ich hasse Hotelzimmer!!) darauf, dass Du Dich irgendwann davon stehlen kannst aus den Männerrunden bei Gesottenem & Gebratenem und Bier. Immer ist irgend etwas – mal braucht die Bedienung so lange, mal sind die Bespräche so spannend, mal das Essen so viel. Meist hast Du Angst, dass man an Deinen „geänderten Verhaltensmuster“ etwas merken könnte … Du bist schließlich verheiratet!    

Nein! So will ich das nicht. Nicht mehr in diesem Jahr! Ich will mich nicht wie ein Callgirl fühlen und darauf warten, wann ich in Deine Termine hinein passe. Ich kann mich doch nicht mit gemütlichen Männerrunden messen wollen!! Ich schäme mich plötzlich für mein Warten, für mein Herkommen, für meine Sehnsucht … ich schäme mich dafür, dass ich es für Mut halte, solche Treffen möglich zu machen. Treffen, die „am Rande“ stattfinden. Liebe, die nach Verbotenem riecht und schal schmeckt in diesen Momenten des Wartens. Wo ist der Unterschied zum Callgirl? Ich reise hier mit kleinem Gepäck an. Nicht mal ein Nachthemd brauchen wir. Du erinnerst mich auch noch vorsorglich an die Kerzen; und an andere Dinge. Ist Deine Zärtlichkeit nicht doch auch so eine Art Währung, mit der ich belohnt werde für mein Kommen und Warten? Bezahlt werde? Hilfe! Ich will hier weg!! Ich bin nicht das, was ich sein möchte. Heute Abend kann ich nicht mehr abreisen. Außerdem würde ich Dich wahrscheinlich aus allen Wolken stürzen. Ich werde morgen früh fahren, nachdem ich Dir das erklärt habe. Gegen 21:30 kommst Du. Du hast extra einen „nordischen Pullover“ über das Hemd gezogen, weil ich das mag. Natürlich fällst Du aus allen Wolken, als ich nur noch weinen kann. Ich will Dir keine „Szene“ machen – und dann ist es wohl doch eine. Zum Schluss weinen wir beide – aus Angst, wir könnten es nicht schaffen? Ich will nicht in diese Ecke, dass ich Dir Deine Auszeiten dominiere, Deine Planungen präge, Dir Deinen Männerrunden (oder welche auch immer) mies mache. Ich weiß doch selbst wie wichtig (wie endend) es ist, Netzwerke zu haben, Auszeiten haben und sie nach Lust und Laune gestalten zu können. Ich will nicht in die Ecke eines „zeternden Weibes“. 

Du willst „gutmachen“, willst „wiedergutmachen“. Das ist es nicht, Mischuk.Ich kann ja nicht einmal loslassen, mich nicht einlassen auf uns, weil ich immer wieder diese bodenlose Angst habe, mit irgendwelchen momentanen Belanglosigkeiten konkurrieren zu müssen, die gerade mal eben – oh Schreck – alles wieder neu ordnen. Ich möchte ein „nicht-verhandelbarer“ Teil sein im Leben meines Liebsten. Ich möchte „mein Tellerchen, mein Löffelchen, mein Becher“ haben bei ihm. Ich möchte etwas Kostbares sein. Nicht nur, wenn sich gerade mal eine Lücke dafür auftut – oder gerade mal nichts anderes dazwischen kommt. Ich investiere meinerseits zuviel dafür. Ich riskiere zuviel dafür, um mich in eine solche Lage bringen zu lassen – nicht von Dir und nicht von mir selbst. Ich will, dass Liebe stolz ist und Räume schafft, als sich in Kellerlöchern zu verstecken.  Ganz tief dahinter steckt wohl auch die Angst, meine Liebe (schon wieder) an jemanden zu verschenken, der es nicht schafft, ihr einen gebührenden Platz in seinem Leben zu geben, sie fürsorglich zu behandeln und sich für sie stark zu machen. Mit dieser Liebe über sich hinaus zu wachsen. Ich kann das. Wenigstens dies habe ich gelernt zu sehen. Ich will meine Liebe, meine Lebenszeit nicht an einen „kleinen“ Mann vergeuden!  Nicht mehr!!! Nie mehr.

Es “gibt kein richtiges Leben im Falschen” - war das Adorno?
Naja, nicht gleich melodramatisch werden, Tanja!

Es ist gut, dass wir uns nicht verletzen, nach Erklärungen und Lösungen suchen. Aber noch habe ich das Gefühl, dass es vor allem MEINE Kraft ist, die einen Weg aus solchen Situationen findet. Was wird, wenn meine dafür einmal nicht reicht? Du versuchst alles so zu machen, wie ich es mir in unseren Telefonaten wünsche. Willst mir das Gefühl wieder geben, dass Du mich liebst. Und ich? Ich will nicht ständig sehen, was passiert, wenn Du die Vorstellungen und Erwartungen fremder Menschen erfüllst!! Ich will nicht aus den Spuren Deiner Handlungen heraus lesen müssen, was Du denkst und wie Du Dich fühlst. Ich will keine „Leben aus zweiter Hand“ - Ich will DICH kennen lernen. Nur dann haben wir eine Chance, Mischuk. Nur dann hat unsere Liebe eine Chance authentisch zu sein. Und darunter sollten wir es nicht mehr wollen im Leben! 

Ich reise nicht ab. Du gehst mir so nah. Unsere Situation ist schwierig.
Aber ich werde wachsam bleiben müssen. 

Ich liebe Dich.



Liebe: Worauf es ankommt (?)

4. Januar 2009

Ich bin wütend auf Dich! Dass Du mich auf meine liebevolle Mail hin eben so kurz angebunden belehrt hast. Manchmal schreibe ich Dir nur, um Dir für einen Moment nahe sein zu können!! Was erhalte ich zurück .. eine sachliche Auskunft oder einen Hinweis darauf, dass ich etwas Sachliches nicht richtig interpretiert habe. DARUM GEHT ES NICHT!!!!

Ich werde mit Dir keine Kinder mehr großziehen wollen, kein Arbeitsleben mehr groß gestalten …. was auch immer Wichtiges zu schaffen ist an Aufgaben im Leben.

Mischuk. Die CHANCE, die sich uns beiden bietet, besteht darin, und “die Zeit, die uns bleibt (wie Du es früher öfter mal genannt hast)” dafür zu nutzen, um jeder für sich endlich wieder und mit einander GLÜCKLICH zu sein. Dazu gehört eben nicht primär Sachlichkeit. Dazu gehört vor allem die TON-SPUR!!

Das Glück wird darin bestehen, dass wir Anteil nehmen am Leben und an den Gefühlen des Anderen, dass wir uns für einander interessieren, Platz machen für den Anderen in unseren Leben, behutsam mit uns umgehen, uns mit Aufmerksamkeit und Liebe versorgen. Unser Leben um Wärme, Lachen - Glück eben - zu bereichern.

Das Schönste, was mir passieren kann mit Dir ist, wenn Du mir zeigen kannst, dass ich kostbar bin und einzigartig für Dich, behütens- und beschützenswert. Dass ich nicht verhandelbar sein könnte gegen die großen und kleinen Dinge im Alltag. Dass Du mir mit Wärme und Phantasie zeigst, dass es ein Glück für Dich ist, dass ich auf der Welt bin und wir uns getroffen haben. Dass ich wichtiger und mehr bin, als Du mit Sachlichkeit einfangen kannst. Dass ich es wert bin Risiken einzugehen. Dass ich Fehler machen darf, die Du mir mit Liebe bewältigen hilfst. Dass ich großzügig sein kann.

Das Schönste, was ich Dir vielleicht geben kann ist, dass Du kostbar bist, liebenswert und einzigartig, ein Geschenk für mich. Dass Deine Bedürfnisse wichtig sind und bei mir zuhause sein können. Dass Du mir vertrauen kannst. Dass Du mir so wichtig bist, dass ich Dich und mich - wo nötig - mit Humor nehmen kann. Dass ich Dir werde verzeihen können, falls das einmal notwendig sein sollte. Dass Du Kind sein darfst und Mann. Dass ich die besten Seiten in Dir wecke. Dass Du aufmerksam und großzügig bist im Herzen und im Denken, weil Du wieder spüren lernst, wie gut und wichtig Du (nicht nur bei mir!) bist.

Aber behandle bitte vorsichtig, was ich sage und schreibe. Auch wenn nicht alles wichtig ist davon. Schaffe Platz und Zeit für mich und uns - und das auf der Ton-Spur.

Wie Du siehst, bin ich gerade nicht besonders großzügig. Vielleicht ist meine heftige Reaktion auf Deine kleine Mail nicht angemessen. Das mag sein. Aber ich habe Deine Reaktion auf meine lieben Zeilen als lieblos empfunden. Ich bin auch nicht immer stark. Ich will nicht immer möglicherweise Verständnis haben müssen für Deine Situation - ich habe auch meine eigene.  Ich wünschte, Deine Zeilen hätten mich warm eingehüllt.

Mir hat es jetzt aber dermaßen den Tag verhagelt, dass ich im Büro alles liegen lasse und nachhause gehe in der Hoffnung, dass es dort wärmer ist. NEIN, das liegt nicht daran, dass hier die Heizungen nicht gehen. Das Büro ist heute warm …

Ich ahne, dass Du Dich jetzt duckst und zurückzuckst in die eigene Kränkung. Bitte tu das nicht. Halte meine Meinung und auch meine Wut aus. Notfalls wehre Dich. Aber nicht aus einer Kränkung heraus. Damit machst Du es Dir zu einfach!!!!

Ich will kein Opfer lieben, sondern Dich als reifen Mann - Tanja